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Equitop Glossar

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ACTH

Das AdrenoCorticoTrope Hormon (ACTH) wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) des Pferdes produziert und regelt im Körper durch eine fein abgestimmte Rückkopplung den Cortisol-Spiegel. Eine Besonderheit ist beim Pferd die saisonale Erhöhung des ACTH-Wertes im Spätsommer und Herbst (Aug. bis Okt.) – wahrscheinlich eine natürliche Vorbereitung des Stoffwechsels auf den Winter. 

Der ACTH-Wert im Blut eines Pferdes gilt nach aktuellen Erkenntnissen von Tierärzten und Wissenschaftlern als aussagekräftiger Parameter (Indikator) für die Diagnose des Equinen Cushing Syndroms. Die ACTH-Untersuchung hat gegenüber anderen diagnostischen Tests den Vorteil, dass sie ganzjährig durchgeführt werden kann und während der saisonalen Erhöhung von August bis Oktober sogar besonders sensitiv ist. Deshalb wird diese Jahreszeit insbesondere bei unklaren Befunden als bevorzugte Zeit für den ACTH-Test empfohlen.3

Hier erfahren Sie mehr darüber, welcher Zusammenhang zwischen ACTH und Cushing besteht: Cushing beim Pferd

Akuter Husten

Wird nahezu immer durch Viren verursacht.
Grippe-, Reo-, und Herpesviren lösen typische Symptome einer Bronchitis aus:

  • Plötzliches Fieber
  • Verringerte Futteraufnahme
  • Mattigkeit, reduzierte Anteilnahme an der Umwelt, Apathie
  • Husten, Atemnot
  • Vermehrter Nasenausfluss
  • Schwellungen der Lymphknoten am Kopf1

Allergien

Mögliche Ursachen sind die Aufnahme von schimmelpilzbefallenem Heu oder muffigem Kraftfutter, Weidegang auf neu angelegten Grünflächen oder der erste Frühjahrsaustrieb, aber auch Insektenstiche und die Verabreichung von unverträglichen Medikamenten wie Fliegenabwehrmitteln. Auf der gesamten Körperoberfläche des Pferdes können sich zahlreiche Hautknoten und Quaddeln bilden. Die Ursache der Allergie ist oftmals nur durch Ausprobieren zu ergründen.2

Alte Wunden

Bei einigen Tage alten Verletzungen hat sich entweder eine harte Kruste gebildet, der sogenannte Wundschorf, oder die Oberfläche sieht durch Bakterienbesiedlung eitrig-schmutzig aus. Nur wer einige Erfahrung besitzt, sollte die weitere Behandlung solcher Wunden selber vornehmen.2

Aminosäuren

Ob in der Muskulatur, in Organen, im Immunsystem oder als Enzyme – überall im Körper erfüllen Eiweiße (Proteine) lebenswichtige Funktionen. Und alle diese Proteine werden aus zwanzig verschiedenen Aminosäuren aufgebaut! Zehn dieser Aminosäuren kann der Pferdeorganismus selbst produzieren, die anderen zehn sogenannten essentiellen Aminosäuren muss das Pferd mit dem Futter aufnehmen. Je vollständiger das Aminosäurenprofil in der Futterration, umso besser die Unterstützung des Stoffwechsels! In der Tiermast werden z. B. gezielt einzelne Aminosäuren zugefüttert, um den Zuwachs und die Qualität des Muskelfleisches zu erhöhen. Bei Sportpferden hat sich die Ergänzung der Basisration mit Aminosäuren ebenfalls seit vielen Jahren bewährt. Tierärzte und Pferdebesitzer nutzen zur Förderung des Muskelaufbaus mit großem Erfolg Equitop Myoplast, das ein komplettes Profil von 18 Aminosäuren aus Mikroalgen enthält.

Dr. Albrecht Fenner - Fachtierarzt für Pferde

Apolectol®

Ein patentierter Pektin-Lecithin-Glycerin-Komplex und der diätetisch wirksame Bestandteil in Pronutrin®

  • Schützt den Magen vor Übersäuerung
  • Stabilisiert den natürlichen Magenschleim
  • Verstärkt die Schutzschicht im Magen1

Atemfrequenz

Normalwert bei erwachsenen Pferden: 8 bis 16 Atemzüge pro Minute.

Ein Großpferd bewegt mit jedem Atemzug 5 Liter Luft (Mensch 0,5 Liter).
Unter körperlicher Belastung steigt dieser Wert auf 15 bis 20 Liter pro Atemzug1

Bronchospasmolytika

Bekämpfen die krampfartigen Verengungen (Spasmen) der Bronchialmuskulatur, erleichtern die Atmung und verbessern dadurch die Sauerstoffversorgung für das Pferd. Der Ventileffekt im Übergangsbereich zu den Lungenbläschen (Alveolen) bildet sich zurück. So werden diese vor einer Überblähung und der Zerstörung durch Einreißen geschützt. Zugleich haben Bronchospasmolytika eine allergiedämpfende Wirkung und hemmen (nach neueren Studien) auch die Entzündung.1

Bronchospasmus

Auch Bronchialkrampf genannt.

Hierbei verengt sich durch die Verkrampfung der bronchienumspannenden Muskulatur der Durchmesser der Atemwege und erschwert die Atmung.1

Chronischer Husten

Für das Entstehen von chronischen Atemwegserkrankungen bei Pferden sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich:

  • Nicht konsequent behandelte, akute Hustenerkrankungen werden über eine Allergie gegen pilzsporenhaltigen Staub oder durch eine unspezifische Überempfindlichkeit chronisch.
  • Durch die dauernde Belastung eines Pferdes mit der schlechten Luft geschlossener Ställe entwickelt sich schleichend eine chronische Atemwegserkrankung.

Typische Symptome:

  • Husten unterschiedlicher Intensität. Oft verstärkt am Morgen, zu Beginn der Arbeit oder bei zusätzlicher Reizung durch Staub
  • Atemfrequenz in der Ruhe erhöht
  • Atmung erschwert, Ausatmung unter Zuhilfenahme der Bauchmuskeln
  • Leistungsminderung: Schwitzen bei geringer Belastung, rasche Ermüdung, mangelnder Leistungswille, verzögerte Normalisierung der Atemfrequenz nach Belastung
  • Nasenausfluss häufig nicht vorhanden, sonst zähflüssig und verfärbt
  • Pferd in der Regel fieberfrei1

Dassellarven

Die kleine Rinder-Dassellarve schmarotzt gelegentlich auch im Pferdekörper, und es kommt in seltenen Fällen sogar zu der beim Rind bekannten Beulenbildung.2

Dickdarmverstopfung

Das Pferd steht, als ob es Harn absetzen wollte. Die Kolikanzeichen sind oft nur gering, die Kotballen sind klein und trocken. Mögliche Ursachen: zu viel Stallruhe oder Umstellung auf zu grobes Futter.2

Dünndarmkolik

Rasch auftretende Kolik mit Wälzen und Schweifschlagen. Dünner, übelriechender Kot. Lebensgefahr! Mögliche Ursachen: verschimmeltes Heu oder Stroh, übermäßige Rübenfütterung, frisches Brot.2

Durchfall, Darmkatarrh und Darmschleimhautentzündung

Diese Erkrankungen werden entweder durch Infektionen (z.B. Salmonellen) oder durch verdorbenes Futter wie verschimmeltes oder fauliges Heu, gefrorenes Grünfutter, schimmlige oder unterkühlte Möhren oder ähnliches verursacht. Zahlreiche Vergiftungen können ebenfalls Durchfall hervorrufen. Starker Wurmbefall, plötzlicher Futterwechsel oder eine hastige Wasseraufnahme sind weitere mögliche Durchfallursachen.2

Durchfallmaßnahmen

Das Pferd sollte 24 Stunden fasten. Bei länger andauernden Durchfällen ist ein Tierarzt zu Rate zu ziehen!2

Einschuss

Als Folge einer Wunde stellt sich vielfach der sogenannte Einschuss (Phlegmone) ein. Man versteht darunter eine eitrige Entzündung des Unterhautbindegewebes. Die auslösende Verletzung kann so klein sein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Das Pferd zeigt auf Druck heftigen Schmerz. Das Bein ist angeschwollen, hart und wärmer als gewöhnlich. Auch Lahmheit und Fieber treten als Symptome auf. Merke: Kleine, wenig blutende Wunden mit Durchtrennung der Haut sind oft gefährlicher als große, stark blutende Wunden. Also am gleichen Tag für tierärztliche Hilfe sorgen!2

Equines Cushing Syndrom

Das Equine Cushing Syndrom (ECS/PPID) ist die häufigste Hormonstörung bei Pferden.

Cushing betrifft überwiegend Pferde und Ponys, die älter als 15 Jahre sind. Die Krankheit ist chronisch fortschreitend und kann nicht geheilt, aber erfolgreich behandelt werden!

Ca. 20% der über 15-jährigen Pferde und Ponys leiden an Cushing!

Wird nicht rechtzeitig behandelt, sind häufig weitere Erkrankungen und aufwändige Behandlungen die schwerwiegenden Folgen. Das ECS-kranke Pferd sollte daher in jedem Fall behandelt werden.3

Festliegen und Aufstehversuche

Immer wieder stehen Pferdebesitzer ratlos vor ihrem auf dem Stallboden festliegenden Pferd, das zum Aufstehen nicht in der Lage ist. Es muss herausgefunden werden, ob es sich in einer Ecke oder an der Wand seiner Box lediglich ungeschickt festgelegt hat oder ob es ernsthaft erkrankt ist. Auf jeden Fall muss man es unterlassen, ein solches Pferd durch Stimmaufwand zum Aufstehen zu veranlassen. Will man helfen, ist es wichtig zu wissen, wie Pferde aufstehen. Die Vorderbeine müssen nach vorne weg gestreckt sein. Dann muss der Kopf aufgerichtet werden. Anschließend muss das Pferd die Hinterbeine unter die Körpermitte ziehen. Erst dann kann es zunächst mit den Vorderbeinen und schließlich mit den schiebenden Hinterbeinen aufstehen. Merke: Gedankenloses Einschlagen auf ein festliegendes Pferd kann nur schaden. Vor dem Auftreiben muss die Ursache für das Festliegen gefunden werden.2

Fissur

In manchen Fällen kommt es zu Ermüdung des Knochengewebes mit haarfeinen Rissen. Die sogenannten Fissuren führen zu hochgradigen Lahmheiten. Kann der Reiter sofort durchparieren und wird das Pferd augenblicklich ruhig gestellt und zur Untersuchung abtransportiert, hat es oftmals mit dem Knochenriss sein Bewenden, und die Heilungschancen sind nicht schlecht.2

Fremdkörper im Huf

Beim Vorliegen eines sogenannten Nageltrittes muss die gesamte Sohlenfläche sorgfältig mit Wasser und einem Desinfektionsmittel gereinigt werden. Daraufhin wird der Nagel herausgezogen, wobei es wichtig ist, dass man später dem Tierarzt die genaue Eindringstelle- und Richtung beschreiben kann. Bei allen tiefen Verletzungen ist umgehend der Tierarzt hinzuzuziehen, da sich rasch eine Vereiterung entwickeln kann. Zudem besteht bei solchen Wunden eine erhöhte Wundstarrkrampfgefahr.2

Frische Wunden

Oberflächliche Wunden am Rumpf versorgt man mit einem Desinfektionsspray oder jodhaltigen Mitteln. Verletzungen an den Gliedmaßen führen nicht selten zu einem Einschuss. Das ist eine eitrige Unterhautentzündung mit einer beträchtlichen Schwellung des Beins, die das Eingreifen eines Tierarztes notwendig macht. Merke: Jede Wunde mit feuchter Oberfläche heilt unter Verband schneller und sicherer als ohne Verband.

Die Behandlung tiefer Wunden muss dem Tierarzt vorbehalten bleiben. Wunden mit Taschenbildung, Abriss größerer Hautpartien oder Stacheldrahtrisswunden können bei zu später fachkundiger Betreuung langwierige Verschleppungen nach sich ziehen. Merke: Jede Wunde, die die äußere Haut durchdringt, muss dem Tierarzt vorgestellt werden- auch wenn sie noch so winzig ist.2

Gallen

Der Ausdruck Galle ist etwas irreführend. Er hat nichts mit dem Verdauungssaft zu tun, vielmehr versteht man hierunter die vermehrte Füllung eines Gelenks, einer Sehnenscheide oder eines Schleimbeutels. In jedem normalen Gelenk befindet sich eine gewisse Menge Gelenkschmiere. Wird nun aus irgendeinem Grund übermäßig viel davon produziert, dann wölbt sich der Gelenksack an derjenigen Stelle vor, an der die Gelenkkapsel nicht durch feste Bänder in ihrer Umgebung eingeengt wird, beispielsweise über den Fesselkopf seitlich hinten. Eine harte Galle kann die Beweglichkeit eines Gelenks erheblich einschränken und zu schmerzhaften Entzündungen an den Gelenkrändern führen und somit die Gebrauchsfähigkeit des Pferdes einschränken. Geht eine Galle mit einer Lahmheit einher, ist eine tierärztliche Behandlung unbedingt erforderlich. Merke: jede Galle hat eine Krankheitsursache. Sorgen Sie für eine baldige Diagnose, bevor die Schäden allzu weit fortgeschritten sind. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, die Ursache abzustellen.

Ursachen von Gallen können sein:

- Überanstrengungen oder schwere Ansteckungskrankheiten (z.B. Druse, Fohlenlähme)

- Äußerliche Einwirkungen (z.B. Schlagen gegen Stallwände, Druckstellen von Verbänden, Gamaschen, Sätteln)

- Mangelnde Vitamin- und Mineralstoffversorgung sowie starker Wurmbefall im Wachstum.

- Stellungsfehler

- Bewegung auf zu hartem oder zu tiefem Boden.2

Gaskolik

Bei Koppern kann die abgeschluckte Luft zur prallen, schmerzhaften Füllung des Dünndarms führen.2

Gemischte Lahmheit

Zur gemischten Lahmheit führen schmerzhafte Anschwellungen auf der Vorderseite des Mittelfußknochens rund um die Strecksehne. Diese Veränderungen haben ihre Ursache häufig in einer Überanstrengung des Pferdes oder im Anschlagen an Hindernisse, bei denen sich Knochenhaut und Strecksehnen entzündet haben.2

Genickbruch

Die Wirbelsäule beinhaltet das Rückenmark. Jede Verletzung dort führt zu schwersten Schäden. Beim Genickbruch wird meist zwischen dem ersten und dem zweiten Halswirbel das Rückenmark durchtrennt. Die Folge ist der sofortige Tod des Pferdes. Wenn Pferde sich an Sprüngen überschlagen oder durch zu kurzes Anbinden in Panik geraten, sich losreißen wollen und sich dann rückwärts überschlagen, sind Frakturen der Halswirbel keine Seltenheit. Um solche Unfälle zu vermeiden, ist die Voraussicht des Reiters gefragt. Genickbrüche und andere Wirbelfrakturen, bei denen das Rückenmark beschädigt wurde, sind unheilbar.2

Hangbeinlahmheit

Bei der Hangbeinlahmheit bringt das Pferd die erkrankte Gliedmaße weniger weit nach vorne als die gesunde. Die Ursache für diese Lahmheit liegt meist oberhalb des Vorderfußwurzelgelenks oder auf der Vorderseite des betreffenden Beins.2

Hauterkrankungen

Hauterkrankungen können Anzeichen und Begleiterscheinungen einer inneren Erkrankung sein oder eine direkte eigene Ursache haben. Können bei Hauterscheinungen nach genauer Prüfung äußere Ursachen wir Parasiten ausgeschlossen werden, ist immer eine gründliche Untersuchung durch den Tierarzt auf eventuelle Verwurmung sowie chronische innere Organkrankheiten am Platz.2

Hautmilben

Drei Milbenarten können das Pferd befallen. Grabmilben bohren sich am Hals und in der Sattellage, Saugmilben unter der Mähne und am Schweifansatz in die Haut ein. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt von Tier zu Tier, durch verunreinigte Streu und Futtermittel sowie durch Putzzeug. Es kommt zu Hautveränderungen und Haarausfall sowie zu fortgesetzter Beunruhigung der Tiere durch starken Juckreiz. Die dritte Form der Milben siedelt sich im Kötenbereich der Fesseln an. Die gründliche Behandlung mit Kontaktinsektiziden schafft Abhilfe. Ziehen Sie Ihren Tierarzt zu Rate.2

Hautpilz

Auch auf der Hautoberfläche gesunder Pferde befindet sich immer eine ausgewogene Menge von Pilzen, die jedoch nicht zu Krankheitssymptomen führen. Sie gehören zur natürlichen Hautflora, die zum Schutz gegen Krankheitserreger dient. Erst wenn ein Erreger überwiegt, kann die Krankheit ausgelöst werden. So können auch bei gepflegten Pferden Hautpilze auftreten.

Arten von Hautpilz-Erregern bei Pferden (absteigende Häufigkeit):

  • Trichophyton equinum
  • Microsporum canis
  • Trichophyton verrucosum
  • Trichophyton mentagrophytes
  • Microsporum gypseum1

Hitzschlag

Während der heißen Jahreszeit kann es bei überanstrengten Pferden wegen völliger Erschöpfung zum Zusammenbruch kommen. Die Pferde atmen schnell und stoßartig. Bis zum Eintreffen des Tierarztes sollte man das Tier durch Übergießen mit kaltem Wasser kühlen. Merke: Ein erschöpftes Pferd darf erst nach einer Ruhepause von 30 Minuten aufgetrieben werden.2

Hufgelenkentzündung

Durch zu frühe Belastung nach einer Hufgelenkverstauchung, aber auch durch Eindringen von Bakterien, durch unausgewogenes Futter oder Verletzungen mit Eröffnung der Gelenkkapsel kann es zu einer Gelenkentzündung kommen. Es muss unbedingt ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.2

Hufgelenkverstauchung

Bei einer Verstauchung handelt es sich um die Schädigung eines Gelenks, wobei die straffen Haltebänder und die Gelenkkapsel überdehnt werden und manchmal auch zerreißen. Der Knorpel, der das Gelenk auskleidet, wird gequetscht. In der Folge kommt es zu einer Schwellung und zu hochgradiger Lahmheit. Stallruhe, abschwellende Medikamente, Kühlung und ggf. arthroskopische Eingriffe sind Mittel der Wahl. Leider heilen solche Schäden nur sehr langsam und erfordern mitunter eine mehrmonatige Ruhepause.2

Hufgeschwür

Die verstärkte Pulsation der Arterien im Bereich des Fesselgelenks ist das sichere Anzeichen für eine akute Entzündung im Bereich der Hornkapsel. Meist handelt es sich dabei um eine Eiterung (ein sogenanntes Hufgeschwür). Hufgeschwüre können durch winzige Hornrisse bei zu trockenen Hufen, durch Nageltritte, Nagelstiche oder Vernagelungen oder bei Ballentritten entstehen. Der sich ausdehnende Eiter übt Druck auf den Huf aus und lässt das Pferd meist hochgradig lahm gehen. Der Tierarzt entscheidet, ob das Hufgeschwür reif genug ist, um chirurgisch eröffnet zu werden. Eventuell wird er durch Anlegen eines luftdichten Schwitzverbandes den Reifungsprozess beschleunigen. Merke: Die häufigste Lahmheitsursache ist das Hufgeschwür. Greifen Sie daher nicht bei irgendeiner Lahmheit zu einem schmerzlindernden Medikament aus der Stallapotheke, sondern sorgen Sie für eine tierärztliche Diagnose.2

Hufknorpelfistel

Starkes Lahmen und Schwellungen im hinteren Kronsaumbereich können auf eine Hufknorpelfistel hinweisen. Hierbei sind Bakterien bis zum Hufknorpel vorgedrungen und haben dort eine eiternde Wunde verursacht. Durch eine Operation und eine Behandlung mit Antibiotika kann diese Lahmheit behoben werden.2

Huflederhautentzündung

Bemerkt man eine Pulsation an den Fesselkopfarterien vorwiegend der vorderen Gliedmaßen im Bereich der Sohle, so muss man an eine nicht eitrige Huflederhautentzündung denken, die zum Beispiel nach langen Ritten als Pflasterlahmheit auftreten kann. Hufverbände, die stündlich mit klarem Wasser befeuchtet werden, lindern die Schmerzen.2

Hufrollenentzündung, Strahlbeinlahmheit

Die Hufrolle ist die Funktionseinheit des Hufs, die aus folgenden Komponenten besteht: aus der tiefen Beugesehne, die am Hufbein ansetzt, sowie aus dem Strahlbein und einem Schleimbeutel, der wie ein Polster zwischen der Sehne und dem Strahlbein liegt. Die Hufrollenentzündung ist eine Berufskrankheit der modernen Sportpferde, die durch Überlastung der Vordergliedmaßen im
Springsport, durch unvernünftigen Einsatz der Pferde auf hartem Boden sowie durch zu frühen und zu häufigen Einsatz von talentierten, sich anbietenden Leistungspferden hervorgerufen wird. Als weitere Ursachen werden auch eine erbliche Veranlagung und Störungen in der lokalen Blutversorgung diskutiert.
Durch übermäßigen Druck der tiefen Beugesehne auf den Schleimbeutel entsteht hier eine Reizung, die zu einer örtlichen Entzündung führt. Wenn dann der Schleimbeutel seine Polsteraufgabe nicht mehr erfüllen kann, wird auch das Strahlbein in Mitleidenschaft gezogen. Die Sehne kann nicht mehr reibungsfrei über das Strahlbein gleiten, und die Folge sind entzündliche Prozesse an diesem Knochen. All diese Vorgänge sind sehr schmerzhaft. Die dabei zu ergreifenden Maßnahmen dienen in erster Linie dazu, dem Pferd Schmerzen zu ersparen und den stetig fortschreitenden Prozess aufzuhalten. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten, die in die Hand des Tierarztes gehören. Langzeitgaben von schmerzlindernden Medikamenten zum Beispiel können zusammen mit einem korrekten Hufbeschlag die Nutzungsdauer des Pferdes verlängern und haben, was den schmerzhaften Prozess betrifft, zumindest aufschiebende Wirkung.
Merke: Gesunde Pferdebeine sind das Resultat von regelmäßiger, behutsam aufbauender Arbeit, die ganz langsam Tag für Tag ein wenig gesteigert wird.2

Husten

Hat viele Ursachen:

  • Viren, Bakterien, (gelegentlich Parasiten)
  • Allergien auf Pilzsporen aus Heu- und Strohstaub sowie Blütenpollen
  • Haltungsfehler: Starke Staubentwicklung, hohe Luftfeuchtigkeit, Schadgase, Bewegungsmangel
  • Unspezifische Überempfindlichkeiten1

(siehe auch akuter Husten und chronischer Husten)

Hyperinfusionstherapie

Gilt als letztes Mittel zur Reinigung und Schleimlösung in der Lunge, wenn der Einsatz von Sekretolytika keinen ausreichenden Erfolg zeigt. Dem Pferd werden unter tierärztlicher Kontrolle an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen hohe Dosen Flüssigkeit intravenös infundiert oder auch zum Teil über eine Sonde in den Magen eingegeben. Aufgrund der übergroßen Mengen wird dieses Wasser dann teilweise auch über die Schleimhäute der Atemwege wieder ausgeschieden. Dabei löst es zähe Schleimbeläge und aktiviert die Tätigkeit der Flimmerhärchen (Zilien). Man bezeichnet das Verfahren daher auch als „Lungenspülung“.1

Intermittierendes Hinken

Diese Lahmheit ist eine Folge des Blutwurmbefalls des Pferdes. Die Schädigung kann bereits Jahre zurück liegen. Während ihrer Entwicklung wandert die Larve dieses Parasiten durch die Gekröse-Arterie und setzt sich an der Gefäßwand fest. Bedingt durch die Verletzung der Gefäßinnenwand bilden sich
nun Blutgerinnsel, die mit dem Blutstrom weitergespült werden. Diese Gerinnsel verstopfen dann die sich immer weiter verzweigenden Blutgefäße. Die Folgen sind auf der einen Seite schwere Koliken, auf der anderen Seite Lahmheiten, verursacht durch den Verschluss einzelner Arterien der Beine. Die Lahmheit tritt häufig erst nach zehn bis 20 Minuten der Belastung auf, dann zeigt das Pferd deutliche Ausfallerscheinungen und eventuell auch Schmerzen. Die beste Therapie ist, wie bei allen parasitären Erkrankungen, die Vorbeuge. Hierzu gehören Wurmkuren und permanente Weide- und Stallhygienemaßnahmen.2

Knochenbrüche

Die meisten Frakturen entstehen an den Vordergliedmaßen. Die Vorhand hat in erster Linie eine Stützfunktion und ist erheblichen Torsionsbeanspruchungen ausgesetzt, besonders bei hohen Geschwindigkeiten und unebenem Boden. Vor allem bei Renn- und Springpferden besteht beim Abfangen des Körpergewichts eine extrem hohe Belastung. Knochenbrüche kommen in verschiedenen Schweregraden vor. Lahmt ein Pferd plötzlich an einer Gliedmaße sehr hochgradig und steht es nur noch auf drei Beinen, muss immer an
einen Knochenriss oder an eine Fraktur gedacht werden. Das heißt, das Pferd darf bis zur tierärztlichen Untersuchung keinen Schritt mehr gehen. Es ist für den Pferdebesitzer wichtig zu wissen, dass nicht jedes Pferd mit einem Knochenriss oder Knochenbruch getötet werden muss. Eine stabile Schienung und der schnelle Transport zu einer Klinik bedeuten in vielen Fällen die Rettung eines wertvollen Pferdes. Meist werden aber gerade bei diesem Transport so große Fehler gemacht, dass aus dem geschlossenen Bruch mit unverletzter Haut ein offener Bruch wird und das Pferd damit unrettbar verloren ist. Wichtig ist daher die unbedingte Ruhigstellung der gebrochenen Gliedmaße durch gut sitzende Stützverbände mit Versteifung.2

Knorpel

Dem Knorpel kommt eine besonders wichtige Aufgabe zu. Er fungiert als "Stoßdämpfer" und ist somit für die Stoß- und Druckfestigkeit des Gelenks und die Druckdämpfung jeder Bewegung zuständig. Ohne diese Pufferfunktion wären weder geschmeidige Bewegungen noch Belastungen der Gelenke möglich. Die glatte und elastische Struktur des Knorpels muss stets gut ernährt und "geschmiert" werden. Das übernimmt die Gelenkflüssigkeit, auch Gelenkschmiere genannt. Knorpelzellen sind als regelrechte "Knorpelfabriken" zeitlebens damit beschäftigt, die Knorpelsubstanz zu erneuern. Da der Knorpel nicht mit Blutgefäßen versorgt wird, läuft die Versorgung mit Nährstoffen über die "Gelenkschmiere" ab.1

Kolik

Fällt ein Pferd durch Fressunlust auf, muss auch an Kolik gedacht werden. Der Begriff Kolik ist keine Krankheitsbezeichnung, sondern nur ein Ausdruck für einen Symptomkomplex, der am besten mit Bauchschmerzen umschrieben werden kann.2

Kolikanfälligkeit

Wildpferde früherer Zeiten waren auf der Suche nach Futterpflanzen den ganzen Tag über in langsamer, aber steter Bewegung. Sie waren dabei auf die Aufnahme hartfaseriger, frischer Pflanzen angewiesen. Durch die Domestikation und die Stallhaltung ist das moderne Reitpferd auf wenige Mahlzeiten mit konzentriertem Futter angewiesen. Die Verdauungsorgane werden schubweise extrem belastet. Anfällige Pferde sollten daher mit vielen kleinen Mahlzeiten versorgt werden. Den Pferden ist zur Aufnahme ihres Kraftfutters unbedingt genügend Zeit und Ruhe zu lassen, um einer Kolik vorzubeugen.2

Kolikanzeichen

Bei einem leichten Kolikanfall beginnt das Pferd mit den Vorderfüßen zu scharren. Es schlägt mit dem Schweif und legt sich häufig nieder. Oft wendet es den Kopf zur Flanke, aus der der Schmerz kommt. Bei starken Anfällen wälzt es sich, schlägt mit den Hinterhufen unter den Bauch und beginnt stark zu schwitzen. Oft wirft es sich rücksichtslos auf den Boden und verharrt minutenlang in Rückenlage. Die Schmerzen können derartig zunehmen, dass das Pferd mit dem Kopf gegen die Wände schlägt und sich schwere Verletzungen zufügt.2

Kolikursachen

An dieser Stelle können nur einige wenige genannt werden. Bei zu geringem Futterangebot versucht das Pferd durch unkontrolliertes Strohfressen den Mangel auszugleichen. Das Stroh wird oft schlecht gekaut und führt zu einer Verstopfung des Dickdarms. Das kann der Tierarzt durch eine Untersuchung vom Darm aus feststellen.
Wird die Kolik durch die Einstülpung eines Darmstückes hervorgerufen, sind die Symptome hochdramatisch, und ohne eine schnelle Operation besteht nur geringe Aussicht auf Heilung.
Eine starke durch ungeeignetes Futter (z.B. leicht angeschimmeltes Heu) hervorgerufene Aufgasung der der Därme drückt derart auf das Zwerchfell, dass das Pferd unter erschwerter Atmung leidet. Oft ist der Bauch sichtbar gebläht. In den Pferdestall gehört nur allerbestes Heu (grün, blattreich, aromatisch duftend und knackig im Griff).
Eine nicht geringe Anzahl von Koliken wird durch Schäden in den zum Darm führenden Blutgefäßen verursacht. So können Monate und Jahre zurückliegende, schädigende Wanderungen der Blutwurmlarven an der Innenseite der Blutgefäße die Ursache sein. Dadurch haben sich Blutgerinnsel gebildet. Es kommt zu einer unzureichenden Verstopfung der Blutgefäße, wodurch die Darmbewegung verringert wird, ja sogar erliegen kann.2

Koppen

Diese Verhaltensanomalität kann in zwei verschiedenen Ausprägungen auftreten: einmal als sogenanntes „Krippensetzen“ und zum zweiten als „Freikoppen“. In beiden Fällen kann das Pferd durch die Speiseröhre Luft abschlucken, wobei diese in den Magen gelangt. Die Anlage zu dieser Verhaltensstörung ist im Allgemeinen erblich. Die Folge des beständigen Luftschluckens ist ein übermäßiges Wachstum der Muskulatur am Hals. Weiterhin neigen solche Pferde zu Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhaut. Koliken können die Folge sein. Merke: Pferde sind Herdentiere mit einem starken Bewegungs-und Beschäftigungsdrang. Artgerechte Haltung ist die sicherste Vorbeuge vor Verhaltensstörungen.2

Krampfkolik

Das Pferd zeigt einen schmerzhaften Drang zum Kot- und Wasserabsetzen sowie Unruhe und Wälzen. Mögliche Ursachen: Aufnahme von großen Mengen kalten Wassers oder von angefrorenem Futter; sehr hastige Futteraufnahme.2

Kreuzverschlag

Der arbeitende Muskel gewinnt seine Energie in der Hauptsache daraus, dass der ihn ihm aufgespeicherte Muskelzucker in Milchsäure umgewandelt wird. Die Milchsäure wird durch das Blut abtransportiert. Kommt es bei einer starken Anreicherung von Milchsäure zu einer Übersäuerung der Muskulatur, kann diese bis zu nicht mehr rückgängig zu machenden Veränderungen beschädigt werden. Nach dem Verhärten der Muskulatur kommt es zum Zerfall, und schwarzroter Muskelfarbstoff wird mit dem Harn ausgeschieden. Diese Vorgänge sind beim Pferd besonders dann möglich, wenn nach Ruhetagen bei unvermindert guter Haferfütterung die Muskeln stark mit Glucose angereichert sind. Daher wird die Erkrankung auch Feiertagskrankheit genannt. Kurz nach Beginn der Arbeit beginnt das Pferd zu schwitzen und zeigt eine aufgeregte Atmung. Die Hinterhand versteift sich, und der Schritt wird kürzer. Die Lenden- und Kruppenmuskulatur fühlt sich gespannt an. Es muss sofort erste Hilfe geleistet werden und das Pferd darf sich keinen Schritt weiter bewegen. Die Heilungsaussichten richten sich nach der Schwere der Erkrankung. Merke: Ein Pferd braucht jeden Tag Bewegung. Lassen sich sogenannte Stehtage nicht vermeiden, so muss die Futterration reduziert werden.2

Lahmheitsdiagnostik

Die exakte Feststellung, auf welchem Bein ein Pferd lahmt und wo die Lahmheit sitzt, ist in der Tat schwieriger als sie scheint. Zur Beurteilung einer Lahmheit lässt man das Pferd am besten auf einer etwa zehn Meter entfernten Geraden im Trab zunächst von sich weg, und dann nach circa 30 Metern auf sich zu traben. Beim Wenden muss man genau auf einen eventuell vorhandenen Wendeschmerz achten. Das Pferd tritt jeweils mit dem gesunden Huf kräftiger auf, um im selben Moment den Kopf zu senken. Das bedeutet: wenn das Pferd beim Auffußen des rechten Vorderbeins den Kopf senkt, liegt die Schmerzursache vorne links. Senkt es die Kruppe beim Auffußen der rechten Hintergliedmaße, liegt die Lahmheitsursache hinten links. Beugeproben der verschiedenen Gelenke sollen die betroffenen Gelenke stärker belasten und dadurch eine deutlichere Lahmheit provozieren. Weiterhin werden zur Lahmheitsdiagnostik Injektionen, Ultraschall und Röntgenaufnahmen verwendet. Ist eine Diagnose mit diesen Methoden nicht möglich, können Thermographie oder schließlich Szintigraphie weiterhelfen.2

Läuse

Im Langhaar ungepflegter Pferde können beim Auftreten von Juckreiz und haarlosen Stellen mit bloßem Auge Läuse erkannt werden. Waschungen mit insektenwirksamen Medikamenten befreien schnell von diesen Plagegeistern. Eine gründliche Stallreinigung und Desinfektion ist wichtig.2

Mauke

Auch bei gepflegten Pferden können sich in den Fesselbeugen aller Gliedmaßen schorfige, eitrige Bezirke bilden. Die Ursache liegt heute weniger in der schlechten Stallhygiene als vielmehr in Industrieverschmutzungen des Geländes und darin, dass dem Hallenboden Antifrostchemikalien beigemischt werden. In leichteren Fällen genügt es, die Fesselbeuge mit einem sauberen Handtuch kräftig aus zu massieren und anschließend mit Bepanthen- oder Citatrexsalbe einzustreichen. Zur Vorbeugung kann die Fesselbeuge vor dem Ausritt mit Zink-Lebertransalbe eingerieben werden. Bei besonders schlecht heilender Mauke wird man drei Wochen lang Verbände anlegen, damit die Haut nicht durch die Einstreu neu gereizt werden kann.2

Nageldruck und Vernagelung

Bei schlechter Hornbeschaffenheit oder Abwehrreaktion des Pferdes, aber auch bei mangelhaft angepassten Eisen oder schlecht durchgeführtem Beschlag kann es zu einem Nageldruck oder einer Vernagelung kommen. So nennt man es, wenn die Hufnägel nicht genau in der weißen Linie innerhalb der unempfindlichen Röhrchenschicht des Hufs nach oben außen geführt werden.2

Nagen

Das Benagen von Holzbalken- und Türen kommt recht häufig vor. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Neben Mineralstoffmangel, Langeweile oder schmerzhaften Prozessen in der Maulhöhle (z.B. Zahnwechsel) können auch Magen-Darm-Parasiten die Auslöser sein. Merke: Das Nagen an Holz ist für alle Pferde ein Muss. Geben Sie jede Woche ein frisches Knabberholz in die Box oder den Auslauf. Belohnen Sie ihr Pferd nie mit Süßigkeiten. Beim Belecken der Wände bleiben Zuckerreste am Holz haften, die abgeknabbert werden. Möhren eignen sich viel besser als Belohnung.2

Ohrentzündungen

Gewisse Mücken haben es auf die Pferdeohren abgesehen und fliegen 15 km weit auf der Suche nach Pferdeohren. Die Ohrinnenseite entzündet sich durch ihre Stiche. Ohrnetze, lokal aufgetragene Wundsalben und insektenabweisende Mittel sind geeignete Methoden zur Bekämpfung. 2

Pars intermedia

ist der mittlere Teil der Hirnanhangdrüse. Dieser ist unter anderem für die Produktion des wichtigen Hormons ACTH verantwortlich und dieses "befiehlt" der Nebennierenrinde die Ausschüttung von Cortisol. Bei Pferden mit ECS entsteht durch den Mangel an Dopamin in der Hirnanhangdrüse ein gutartiger Tumor (Adenom) und es kommt zu einer ungehemmten Überproduktion von ACTH, Cortisol und einigen weiteren Hormonen. Das hormonelle Gleichgewicht gerät aus den Fugen, und es entwickelt sich mit vielen verschiedenen Symptomen das Krankheitsbild des Equinen Cushing Syndroms. Die Krankheit (ECS) wird deshalb international auch "Pituitäre Pars Intermedia Dysfunktion" oder PPID genannt.3

Phlegmone

Auch Einschuss genannt, ist eine eitrige Entzündung des Bindegewebes und der Lymphgefäße, die sich in dem Bindegewebe weiter ausbreiten können. Es entsteht, wenn Eiterbakterien in die offenen Hautwunden eindringen. Unter Luftabschluss können sich die Eiterbakterien ganz besonders entfalten und sie vermehren sich dann sehr schnell. Die Erreger breiten sich entlang der Lymphgefäße aus und zerstören das Gewebe.1

Pilze (Haut)

Die Pilzerkrankungen sind manchmal nicht leicht von parasitären Hautschäden zu unterscheiden. Sie nehmen jedoch in letzter Zeit stark zu. Im Anfangsstadium der Erkrankung fallen die erbsengroßen, flachen Anschwellungen auf, aus denen sich nach einigen Tagen scharf umrandete haarlose Stellen entwickeln, deren Oberfläche meist feucht ist. Andere Pilzarten bilden stecknadelkopfgroße Hauterhebungen in der Sattellage. Die Pilzsporen verbreiten sich auch über Putzzeug, durch Tier- und Menschenkontakt und durch Luftbewegung über den gesamten Bestand. Pilzwachstum wird durch Wärme und Feuchtigkeit gefördert. Oft ist die Behandlung einfacher als eine mühsame Labordiagnose. Der Behandlungserfolg bestätigt eine Verdachtsdiagnose. Die Behandlung erfolgt je nach tierärztlicher Anweisung mit einem Pilzmittel über Waschung oder Impfung. Satteldecken und Putzzeug werden chemisch gereinigt. Für jedes befallene Tier muss ein eigenes Putzzeug verwendet werden. Während der Wochen der Pilzbehandlung sollten alle vier Tage alle Geräte, die mit dem Pferdekörper in Berührung kommen, in ein pilzwirksames Mittel getaucht werden. Merke: Hautpilze beim Pferd treten in warmen, feuchten Ställen besonders häufig auf. Gut belüftete, trockene Ställe beugen Hautpilzbefall vor.2

Reiten trotz Lahmheit

Grundsätzlich darf ein lahmes Pferd nicht geritten werden. Auf tierärztliche Anweisung jedoch kann bei gewissen Ausnahmen, zum Beispiel bei Gelenkschale und bei Spat, Bewegung sogar von Nutzen sein, wenn die Lahmheit dabei nach einigen Minuten verschwindet.2

Sandkolik

Einige Pferde haben die Unart, Wurzeln mit Sand zu fressen. In der Folge liegen große Sandmengen im unteren Grimmdarm oder in der magenähnlichen Erweiterung. Das Pferd magert ab und hat unregelmäßigen Appetit. Anfangs nur geringe Kolikanzeichen. Mögliche Ursachen: Oft liegt ein Mangel an Kochsalz und Spurenelementen vor.2

Satteldruck

Auch ein sehr gut sitzender Sattel kann bei verunreinigter Satteldecke Satteldruck erzeugen. Merke: Häufig gewaschene Sattelunterlagen und die tägliche Pflege der Sattellage mit klarem Wasser oder leicht wärmeerzeugenden Fluids sind wirksame Maßnahmen zur Verhinderung von Satteldruckproblemen.2

Schale und Leist

Ähnliche Ursachen wie das Überbein haben die knöchernen Auftreibungen in der Gegend des Fessel-, Kron- oder Hufbeins. Eine einseitige Knochenveränderung wird als Leist, eine beidseitige Knochenveränderung als Schale und eine zirkulär verlaufende Knochenveränderung
als Ringbein bezeichnet. Sie entstehen durch übermäßige Beanspruchungen an den Ansatzstellen von Sehnen und Bändern. Die zunächst auftretenden entzündlichen Veränderungen führen später zu einem chronischen Prozess mit ständiger Knochenneubildung. Stellungsfehler, starke Beschläge sowie falsches Beschneiden mit zu hohen Trachten wirken begünstigend. Begegnet man einer Knochenauftreibung noch im schmerzhaften Zustand, lässt sie sich recht erfolgversprechend beeinflussen. Einreiben mit kühlenden Salben wirkt entzündungshemmend. Bei fortgeschrittener Entzündung ist eine wärmende Behandlung mit Wärmereizsalben angezeigt.2

Sehnen

Die Sehnen haben die Aufgabe, die Muskelkraft, die im oberen Abschnitt der Beine erzeugt wird, auf die unteren Abschnitte zu übertragen. Sie dienen gleichzeitig der Stabilisierung und können in gewissem Umfang auch Stöße abfedern. Da Sehnen nur sehr gering durchblutet werden, dauert es viel länger, eine Sehne zu trainieren, als einen sehr gut durchbluteten Muskel.2

Sehnenschäden

Da Sehnen nur sehr gering durchblutet werden, dauert es viel länger, eine Sehne zu trainieren, als einen sehr gut durchbluteten Muskel. Das bedeutet für den Pferdebesitzer, dass er einen Muskel durch entsprechendes Training in wenigen Wochen kräftigen kann, während die Sehnen viele Monate benötigen, bis sie sich an die verstärkte Muskelarbeit angepasst haben. So wird auch verständlich, warum manche Sehnenverletzungen bis zur vollständigen Ausheilung monatelanger Schonung bedürfen. Die häufigsten Sehnenschäden entstehen durch eine Beanspruchung über eine Elastizitätsgrenze hinaus, wobei zunächst nur ein Bluterguss zwischen den Sehnenfasern entsteht. Wird dieser nicht erkannt, weil das Bein nach einer Anstrengung nicht abgetastet wurde, dann zerreißen auch bei der nächsten Anstrengung einzelne Fäserchen innerhalb der Sehne. Durch eine verstärkte Durchblutung der geschädigten Zonen versucht der Organismus, den Schaden zu beheben. Die Sehnen verdicken und erwärmen sich. So wie man mit Röntgenaufnahmen Veränderungen am Knochen feststellen kann, beurteilt man heute das Ausmaß von Sehnenschäden mit Ultraschall. Merke: Sehnenschäden entstehen immer dann, wenn ein Pferd nicht monatelang langsam aufbauend auf eine abverlangte Leistung vorbereitet worden ist.2

Sehnenschäden behandeln

Die Folgen von Sehnenüberdehnungen oder Sehnenzerrungen sind Entzündungen des Sehnengewebes. Um zu verhindern, dass diese Mikrozerreißungen noch weiter zunehmen, ist unbedingte Stallruhe notwendig. Im akuten Stadium hat sich der Einsatz von „Cool Packs“ bewährt. Sie lindern den Schmerz und wirken dem Entzündungsprozess entgegen. Bei älteren Prozessen ist die Anwendung von Wärme
angezeigt. Hierbei haben sich kampfer- oder jodhaltige Salben bewährt. Spätestens beim Auftreten von Lahmheiten muss ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Er wird die geeigneten Einreibemittel auswählen, gegebenenfalls eine Injektionsbehandlung vornehmen und
orthopädischen Spezialbeschlag verordnen. Sehnenschäden brauchen lange zum Ausheilen, es kann Monate oder sogar ein Jahr dauern, bis die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wiederhergestellt ist.2

Sehnenüberdehnung

Die Sehnenüberdehnung bildet sich langsam über Stunden oder gar Tage. Sie ist meist heilbar. Temperaturanstieg und Schwellung sind erst einige Stunden nach der Überdehnung feststellbar.2

Sehnenzerreißung

Auch die Zerreißung der Beugesehnen geschieht schnell. Die Umrisse des Beins verändern sich dabei deutlich sichtbar. Beim Niederbruch, der schlimmsten Form einer Sehnenzerreißung, ist ein größerer Prozentsatz der Fibrillen eingerissen, und das Fesselgelenk berührt fast den Boden. Die Heilungschancen stehen hier sehr schlecht.2

Sehnenzerrung

Die Sehnenzerrung entsteht schnell. Einige wenige Sehnenfasern sind zerrissen, und das Pferd lahmt schon ein paar Stunden nach der Zerrung, während äußerlich kaum eine Veränderung an den Sehnen sichtbar ist. Auch hier besteht noch Heilungsaussicht.2

Sekretolytika

Sekretolytika (schleimlösende Medikamente) verflüssigen das zähe Bronchialsekret und erleichtern dessen Abtransport durch die Flimmerhärchen (Zilien) sowohl bei akuten als auch chronischen Atemwegserkrankungen. Das Sekretolytikum Sputolysin® erhöht außerdem die Konzentration von Antibiotika im Bronchialschleim und aktiviert die körpereigene Abwehr. Auch Pferde mit nur geringem oder nur zeitweilig auftretendem Nasenausfluss können unter zäher Verschleimung der Bronchien leiden und sollten deshalb mit einem Schleimlöser (Sekretolytikum) behandelt werden.1

Sommerekzem

Die in ihrem Ursprungsverbreitungsgebiet an karge Futtergrundlage, keimarme Luft und Insektenfreiheit gewöhnten Islandpferde erkranken besonders häufig an dieser Erkrankung. Die Ursache wird heute unter anderem auf den Stich einer Mückenart (Culicoides pulicularis) zurückgeführt, der bei den gestochenen Tieren einen starken Juckreiz auslöst. Nach intensivem Scheuern entstehen nässende, infizierte Hautentzündungen. Man geht heute davon aus, dass die Voraussetzung für das Entstehen fast immer eine erblich bedingte Veranlagung ist.2

Sonnenbrand

Bei intensiver Sonneneinstrahlung beim Weidegang kann bei dunklen Pferden an den weißen Körperstellen eine Hautreizung mit nachfolgender Hautablösung beobachtet werden. Schutz vor weiterer Sonneneinwirkung und Einreiben mit Lebertransalbe schaffen im Allgemeinen schnell Abhilfe. Als Vorbeuge empfiehlt sich das Auftragen von Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor.2

Spat

Besonders bei älteren Pferden und bei stark beanspruchten Dressurpferden kann auf der Innenseite des Sprunggelenks eine Knochenauftreibung entstehen, die als Spat bezeichnet wird. Diese Verknöcherungsprozesse sind für das Pferd äußerst schmerzhaft und zeigen sich in einer Lahmheit, besonders während der ersten Schritte nach der Stallruhe. Die beim Antreten gezeigte Lahmheit kann nach wenigen Schritten abklingen. Eine Behandlung zielt darauf ab, die schon von Natur aus sehr wenig beweglichen Knochen des Sprunggelenks miteinander verschmelzen zu lassen und die Entzündung zum Stillstand zu bringen. Dadurch wird der Spat selber zwar nicht geheilt, aber die Schmerzursache, die zur Lahmheit führte, wird beseitigt. Maßnahmen richten sich nach dem konkreten Untersuchungsbefund und reichen von kühlenden oder wärmenden Salben über Lokalinjektionen bis hin zu operativen Eingriffen. In jedem Fall ist unbedingt ein orthopädischer Hufbeschlag anzuraten.2

Stark blutende Wunden

Hier gilt es, Ruhe zu bewahren, bis der Tierarzt kommt. Ein Pferd kann durchaus mehrere Liter Blut verlieren, bevor es in einen lebensbedrohlichen Zustand gerät.2

Stellung der Gliedmaßen

Grobe Fehlstellungen führen durch falsche Belastung von Muskeln, Sehnen und Gelenken über kurz oder lang zu Krankheitsprozessen an den Gliedmaßen. Merke: Jede Abweichung von der normalen Gliedmaßenstellung ist ein Gesundheitsrisiko für das Bein. Lassen Sie sich vor dem Pferdekauf von Fachleuten beraten!2

Strahlfäule

Ein durch mangelhafte Pflege und beginnende Strahlfäule zerfressener Strahl berührt den Boden nicht mehr bei jedem Schritt. Damit entfällt ein wesentlicher Bestandteil des Hufmechanismus, weil der Strahl nicht mehr federnd an die inneren Hufteile weitergegeben werden kann. Sohlenfläche und Strahlfäule sollten nie durch Beschneiden verändert werden und nur aufgefaserte, lockere Bestandteile entfernt werden. Nur bei einem durch Fäulnisbakterien veränderten Strahl wird der Schmied oder der Tierarzt Fäulnisherde mit dem Messer entfernen. In tiefe
Fäulnisherde wird einmal täglich ein Wattebausch gedrückt, der mit Ätzmitteln getränkt wurde (z.B. Blauspray).2

Stützbeinlahmheit

Bei der Stützbeinlahmheit erscheint die Belastungszeit des erkrankten Beins verkürzt- das heißt, es wird schneller wieder vom Boden aufgehoben als das gesunde Bein. Weil das Pferd nicht mehr richtig durchtritt, um dem Schmerz des Abschwingens zu entgehen, erkennt man eine gewisse Schrittverkürzung nach hinten. Die Schmerzen liegen hauptsächlich im Huf (Hufgeschwür), auf der Hinterseite des Mittelfußknochens oder an den Beugesehnen.2

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Der Darm gesunder Pferde enthält Tetanusbazillen, die dem Wirt nicht schaden. Gelangen sie aber mit dem Kot ins Freie, bilden sie widerstandsfähige Dauerformen, sogenannte Sporen, die in den oberflächlichen Bodenschichten überall dort vorkommen, wo Pferde Kot abgesetzt haben. Gelangen diese Sporen in Wunden –tiefe Stichverletzungen sind wegen ihrer Sauerstoffarmut besonders gefährlich- kann es zu einer Wundstarkrampfinfektion kommen. Neben steifen Bewegungen sind die wesentlichsten Merkmale folgende: Vorfall der Nickhaut am Auge, Krampf der gesamten Skelettmuskulatur. Die Heilung ist äußerst langwierig und durchaus nicht immer von Erfolg gekrönt. Eine regelmäßige Impfung ist dringend erforderlich!2

Überbeine, Knochenauftreibungen

Ein Überbein ist eine Verwachsung zwischen Griffelbein und Röhrbein. Sofern das Überbein nicht in die hintere Mittellinie des Röhrbeins, also unter den Fesselträger, wuchert, ist es ein harmloser Schönheitsfehler. Überbeine entstehen durch Reizung der Knochenhaut, als Folge einer Änderung der Gliedmaßenstatik oder als Folge des Anschlagens der Hufe an die Innenseiten des gegenüberliegenden Beins. Seltener entstehen sie durch Anschlagen an Hindernisse, etwa beim Springen. Das Auftreten von Lahmheitserscheinungen hängt von der Lage der Knochenwucherungen ab.2

Vergiftungen

Durch die Einzelaufstallung in der modernen Pferdehaltung, die der natürlichen Lebensweise des Pferdes völlig entgegen gerichtet ist, unterliegen sehr viele Schutzinstinkte des Pferdes einem domestikationsbedingten Abbau. Daher kann die Gefahr groß sein, wenn Nachbarn ohne böse Absicht ihre Gartenabfälle im Pferdeauslauf entsorgen.2

Vergiftungsanzeichen

Akute Vergiftungen gehen fast immer mit auffällige Unruhe und Darmstörungen einher. Chronische Vergiftungen mit Schimmelpilzen, Arsen, Blei, Jod und ähnlichem haben eine sichtliche Abmagerung des Pferdes zur Folge. Geschwürige Verätzungen mit Schluckbeschwerden und Speichelfluss treten nach Phosphoraufnahme auf frisch gedüngten Weiden auf. Störungen des Bewegungsablaufes wie Hinterhandlähmungen und Schwanken, nicht selten auch Hufrehe, können ebenfalls Vergiftungen als Ursache haben. Vergiftete Pferde gebärden sich überempfindlich, reagieren stark auf äußere Reize und zeigen oft erweiterte Pupillen und Lichtscheu. Es ist unbedingt ein Tierarzt zu benachrichtigen!2

Verstopfungskolik

Die Kolik entsteht langsam, der Kot ist übelriechend. Mögliche Ursachen: zu wenig bzw. unregelmäßige Bewegung, Fressen von zu großen Strohmengen, Verfütterung von blattarmen Heu.2

Weben

Ein webendes Pferd bewegt sich im Stehen stereotyp von links nach rechts oder auch von vorne nach hinten. Diese kräftezehrende und für die Fesselgelenke sehr schädliche Verhaltensstörung kann von anderen Pferden erlernt werden. Das geschieht vorrangig bei Pferden in gutem Futter-und Konditionszustand. In Phasen der Nichtbelastung langweilen sich diese Tiere und versuchen so ihren Bewegungsdrang abzubauen. Im Gegensatz zu Koppern können viele Pferde durch ausreichende Bewegung von ihrem Drang befreit werden.2

Wunden

Viele Wunden wirken für den Pferdehalter bedrohlich. Oberflächliche Wunden wie zum Beispiel Hautabschürfungen können mit Mitteln, die in der Stallapotheke vorrätig sein sollten, behandelt werden. Oft kann der Laie nicht entscheiden, ob in der Tiefe noch eine gefährliche Verletzung vorliegt. Tiefer gehende Verletzungen bedürfen der tierärztlichen Versorgung, um eine Einschleppung von Krankheitserregern in die Wunde zu vermeiden. Wichtig: Tetanus-Vorbeuge!2

(siehe auch frische Wunden, stark blutende Wunden, alte Wunden)

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Der Darm gesunder Pferde enthält Tetanusbazillen, die dem Wirt nicht schaden. Gelangen sie aber mit dem Kot ins Freie, bilden sie widerstandsfähige Dauerformen, sogenannte Sporen, die in den oberflächlichen Bodenschichten überall dort vorkommen, wo Pferde Kot abgesetzt haben. Gelangen diese Sporen in Wunden –tiefe Stichverletzungen sind wegen ihrer Sauerstoffarmut besonders gefährlich- kann es zu einer Wundstarkrampfinfektion kommen. Neben steifen Bewegungen sind die wesentlichsten Merkmale folgende: Vorfall der Nickhaut am Auge, Krampf der gesamten Skelettmuskulatur. Die Heilung ist äußerst langwierig und durchaus nicht immer von Erfolg gekrönt. Eine regelmäßige Impfung ist dringend erforderlich!2