Hanne Brenner


Hanne Brenner

Top erfolge für hannes pferde!

Für Hanne Brenner (deutsche Meisterin, mehrfache Goldmedaillen-Gewinnerin bei den
Paralympics) sind die Equitop®-Produkte erste Wahl:


„Gerade bei uns im Behindertensport sind wir auf gut ausgebildete Pferde angewiesen, die bis ins hohe Alter
mit einer robusten Gesundheit des Bewegungsapparats ausgestattet sind. Equitop Gonex® hilft mir vor
allem bei meiner älteren Stute seit vielen Jahren dieses Ziel zu erreichen.“


Interview mit Hanne Brenner

über Höhen und Tiefen im Reitsport: „Ich bin süchtig nach dem Gefühl absoluter Harmonie.“
 

Was waren die größten Glücksmomente in Ihrem Leben?

Das Ergreifendste für mich war 2008 in Hong Kong – es war das zweite Championat und das erste Mal Paralympics mit meiner Stute Women of the World . Im Stadion wollte sie sich eigentlich total aufregen vor dieser Kulisse mit Olympischer Flamme, den vielen Hochhäusern und filigranen chinesischen Hindernissen. Beim Reiten habe ich aber schnell gemerkt, wie sie für mich gekämpft hat und über ihren Schatten gesprungen ist. Umso überwältigender war es, als wir am Ende Gold geholt haben. Hong Kong war das erste Championat zusammen mit meiner Trainerin Dorte Christensen und ihr habe ich zu verdanken, dass wir diese Herausforderung überhaupt gemeistert haben.

Einen Tag später stand dann die Kür auf dem Programm: Bei der ersten Trabverstärkung habe ich Ollies Füße vor mir über die Ohren fliegen gesehen, das hatte ich vorher noch nie erlebt. Da ging sogar ein Raunen durch das chinesische Publikum. Ollie hatte alle Energie in diese Trabverstärkung gelegt. In einer Ecke habe ich dann die Gerten weggeworfen, sonst wäre ich womöglich irgendwo im Gebüsch gelandet. Der Lohn war am Ende das zweite unglaubliche Einzelgold. Bei den Paralympischen Spielen in London 2012 werde ich mich immer an das überwältigende, fachlich interessierte Publikum erinnern, denn ich war zuvor noch nie vor so großer und historischer Kulisse (Queenshouse) geritten. Das Stadion war unglaublich schön! 

Toll waren auch 2014 die Weltreiterspiele in Caen. Da ging ich als Fahnenträgerin ins Stadion und das ist schon eine fantastische Anerkennung, auch für den Parasport. Mindestens genauso ergreifend habe ich die Überreichung des silbernen Pferdes 2011 in Aachen erlebt, denn ich hatte überhaupt keine Ahnung. Vorwand war, dass ich zu einem Interview über therapeutisches Reiten zum CHIO kommen sollte. Ich wusste gar nicht, dass es auch eine Auszeichnung für Persönlichkeiten gab. Deshalb bin ich fast umgefallen vor lauter Überraschung, als mir das silberne Pferd überreicht wurde. Als wir anschließend noch eine Runde in der Kutsche gefahren sind, kamen mir die Tränen, so gerührt war ich.

Welche Augenblicke des Glücks haben Sie noch erlebt, wie zum Beispiel auf der Diagonalen in London?

Das passiert immer wieder mal im Alltag. Wenn man sein Pferd wirklich (zugegebenermaßen meist mit Dorte´s Hilfe) so schön auf dem Hinterbein hat, dass man glaubt, man könne alles reiten – wenn man es denn könnte (lacht). Das gibt einem so ein unglaublich leichtes Gefühl und es macht süchtig. Man möchte immer wieder dorthin, schafft es aber nicht immer. Das gibt es nur ein paar Mal, wie man eben auch nicht jeden Tag glücklich ist. Das ist für mich das Reiten, diese absolute Harmonie, diese perfekte Abstimmung, dieses Eins-Sein mit dem Pferd. Das hat mich von Kindesbeinen an fasziniert und ist immer geblieben.

Sie haben ja auch viele Tiefen erlebt. Welche waren die Prägendsten?

Ein Beispiel fällt mir ein: Ich hatte vor vielen Jahren ein gesponsertes Pferd und an dieser Stute habe ich unheimlich gehangen, meine ersten tollen Erfolge gefeiert und wir waren super zusammengewachsen. Der Meilenstein war damals, dass es überhaupt ein gesponsertes Pferd für den Behindertensport gab. Bei den Paralympics in Athen fiel die Stute nach einer überragenden Vorprüfung wegen gesundheitlicher Probleme leider aus. Und das war das Ende des Sponsorings, was mir sehr weh tat damals. Ich glaube, dass wir Sportler mit Handicap doch eine sehr intensive Bindung zu unseren Pferden aufbauen und das ist bei gesponserten Pferden oft ein Problem, oder kann es zumindest werden, wenn das Sponsoring endet. Selbst kaufen konnte ich die Stute damals nicht und ich fiel in ein richtiges Tief, weil ich nicht weiterwusste. Wenn ein Pferd geht, an dem man sehr hängt, ist es immer schwierig, weiter in die Zukunft zu blicken. Mein Glück war, dass jemand die Story in den Medien gelesen hatte. Hans-Peter Lange rief mich an und bot mir ein Pferd an. So kam ich zu Lyriker und konnte schnell an meine vorherigen Erfolge anschließen.

Wie motivieren Sie sich nach einem Tiefpunkt, zum Beispiel nach dem Unfall, durch den Sie heute inkomplett querschnittsgelähmt sind?

Erstmal denkt man, dass alles so weitergeht wie bisher. Ich habe schon in den Wochenendpausen der Reha wieder angefangen und wurde aufs Pferd geschoben. Der Frust war groß, als ich merkte, dass es nicht mehr ging. Ohne Gesäßmuskeln ist Reiten extrem schwierig und es hat ewig gedauert, bis ich meinen Körper so akzeptiert habe. Meine ganze äußere und hintere Muskulatur der Beine ist schwach und von den Knien abwärts habe ich gar keine Muskeln mehr. Ich war wirklich so frustriert, dass ich zehn Jahre lang mehr Rollstuhlbasketball gespielt habe als zu reiten.
Aber ich bin immer weiter geritten als Hobby ohne Turnierambitionen, bis ich mir 1997 mein erstes eigenes Pferd kaufte. Und damit ging es los – erst elf Jahre nach meinem Unfall.

Was ging in Ihnen vor, als Sie die Paralympischen Spiele in Rio kurz vor der Abreise wegen einer Verletzung von Kiwi absagen mussten?

Natürlich geht einem da der Boden unter den Füßen weg, denn man bereitet sich ja vier Jahre vor. Paralympics sind einfach etwas ganz Besonderes. Es gibt dazu aber eine Vorgeschichte: Ich hatte erst im April 2016 erfahren, dass Ollie keine Chance hat zu starten, weil sie für zu alt erklärt wurde. Zum Glück hatten wir mit Kawango ein zweites tolles Pferd in Petto. Unsere Saison lief aber nicht so, wie ich es erhofft hatte. Da war es großes Glück, gepaart mit viel Arbeit, dass Kiwi und ich regulär nominiert wurden. Darauf war ich schon mächtig stolz. Nur zwei Tage vor der Abreise in die Vorbereitung fiel uns auf, dass Kiwis Bein dick war. Der Tierarzt stellte schnell fest, dass es ein Bluterguss ist und meinte man müsse abwarten. Zwei Tage später kam er nochmal und sah dann, dass die Heilung doch länger dauert. Der Bluterguss lag so nah an der Sehne, dass die Sehne bei Belastung hätte in Mitleidenschaft gezogen werden können. Uns war schnell klar, dass wir so ein Risiko nicht eingehen.

Women of the World alias Ollie ist nun 22 Jahre alt und topfit. Was haben Sie für Tipps, um ein Pferd möglichst lange reitbar zu halten?

Es ist ganz klar das Ganzheitliche: Dass das Pferd von der Psyche her gesund gehalten wird und jeden Tag mehrmals rauskommt. Pferdegerechtes Training ist hier das Stichwort, das zusammen mit Dorte Christensen seit vielen Jahren ein echter Erfolgsindikator ist. Hinzu kommt, dass die Pferde bedarfsgerecht gefüttert werden müssen. Heu sollte immer ausreichend zur Verfügung stehen. Doch meiner Meinung nach wird viel zu viel Wert auf die Menge an Kraftfutter gelegt, denn mit zu viel belastet man die Pferde oft eher. Natürlich gibt es Phasen, wo die Pferde auch mal mehr brauchen, aber vor allem muss man auf sein Pferd hören. Das Ausschlaggebende ist, Zusatzfutter ganz gezielt und individuell nach Bedarf zu füttern.

Welchem Typ Pferd geben Sie welche Futterzusammensetzung?

Wenn wir ein ausgeglichenes Pferd wie Kiwi haben, gucken wir, dass wir energiereicheres Futter füttern. Ollie bekommt hingegen energiearmes Futter, aber eine auf sie abgestimmte Wirkstoffkombination von Mineralien und Vitaminen. Ich finde man sieht es einem Pferd an, ob man richtig liegt. Manchmal braucht man auch den Blick von außen und manchmal muss man experimentieren und dabei die Augen ganz genau aufhalten.

Beispiel Equitop®: Die Produkte von Equitop® kann phasenweise oder auch dauerhaft jedes Pferd gebrauchen. Equitop® Gonex ist für die Bänder und das Gelenksystem eine super Geschichte - auch vorbeugend. Ollie bekommt Equitop Gonex® und das funktioniert seit Jahren wunderbar. Kiwi füttern wir Equitop® Forte dauerhaft und Equitop Myoplast® kurmäßig. Solch eine Kur geht über einen Monat und dann gibt es ein bis zwei Monate Pause. Ob das Fütterungskonzept aufgeht, liegt aber im Wesentlichen am Zusammenspiel aller Puzzleteile. Was Ollie betrifft, ändere ich so schnell erstmal nichts am bestehenden Konzept. Sie ist jetzt 22 Jahre alt und ich finde, dass ein Pferd in diesem Alter kaum besser dastehen kann.

Über Hanne Brenner:
Hanne Brenner ist die erfolgreichste deutsche Dressurreiterin im Behindertenreitsport. Die 53-Jährige startet national bis zur Klasse S und international in der Wettkampfklasse (Grade) IV. Mit ihrem Erfolgspferd Women of the World wurde sie nicht nur mehrfache Europa- und Weltmeisterin, sondern gewann auch vier Einzel-Goldmedaillen bei den Paralympics. Insgesamt konnte das Paar in neun Jahren 27 internationale Medaillen für sich verbuchen und unzählige Erfolge im Regelsport bis hin zu S-Siegen.

1Im Folgenden Ollie genannt

2Im Folgenden Kiwi genannt