Ratgeber Atemwege


Equitop Ratgeber

Atemwege

1. Was sind eigentlich die Hauptursachen für Husten?

Husten ist ein Symptom, das fast immer durch Erkrankungen der Atmungsorgane hervorgerufen wird. Gelegentlich stellen auch Herzstörungen oder Veränderungen der Bauchorgane eine Hustenursache dar. Husten hat viele Ursachen:

Viren, Bakterien, (gelegentlich Parasiten)
Allergien auf Pilzsporen (Vermehrungsformen der Pilze) aus Heu- und Strohstaub sowie Blütenpollen
Haltungsfehler: starke Staubentwicklung, hohe Luftfeuchtigkeit, Schadgase (Ammoniak, Schwefelwasserstoff), Bewegungsmangel
unspezifische Überempfindlichkeit

Die Ursachen treten oft gemeinsam auf und bedingen sich gegenseitig. Haltungsmängel beispielsweise leisten Virusinfektionen Vorschub. Diese erleichtern die Allergisierung des Pferdes gegen Staub. Daraus kann dann eine chronische Erkrankung entstehen. Daher ist es lebenswichtig für Ihr Pferd, dass Sie jedes Symptom einer Atemwegserkrankung ernst nehmen und, gemeinsam mit Ihrem Tierarzt, konsequent bekämpfen. Zugleich sollten Sie die haltungsbedingten Ursachen für die Erkrankung schnellstmöglich abstellen.

2. Ist das "Anstoßen" harmlos oder gefährlich?

Viele Pferde husten zu Beginn des Reitens einige Male und schnauben danach ab. Dieser Husten wird von Reitern oft als "Anstoßen" bagatellisiert und zunächst nicht weiter beachtet. Trotzdem ist auch dieser Husten ein Zeichen für eine beginnende oder bereits chronische Lungenerkrankung, vor allem bei häufigerem Auftreten. Jetzt gilt es, sofort zu reagieren: Der Tierarzt muss verständigt werden, die Haltungsbedingungen des Pferdes sind kritisch zu überprüfen und bei Bedarf zu verändern. So lässt sich ein gefährlicher chronischer Husten meist vermeiden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Pferdes bleiben erhalten.

3. Was sind die typischen Symptome einer Bronchitis?

Akute Atemwegserkrankungen werden fast immer durch Viren verursacht. Influenza (Grippe)-, Reo- und Herpesviren lösen typische Symptome einer Bronchitis aus:

- plötzliches Fieber (Normaltemperatur erwachsener Pferde: 37,0 bis 38,0 Grad Celsius)
- verringerte Futteraufnahme
- Mattigkeit, reduzierte Anteilnahme an der Umwelt, Apathie
- Husten, Atemnot
- vermehrter Nasenausfluss
- Schwellung der Lymphknoten am Kopf

4. Woran erkennt der Pferdehalter eine Sekundärinfektion?

Nach dem ersten, virusbedingten Krankheitsschub einer akuten Atemwegsinfektion geht es dem Pferd bald besser. Das Fieber sinkt, der Appetit steigt. Tritt aber plötzlich eine Verschlechterung mit erneut steigender Körpertemperatur, Schwäche und Apathie ein, liegt der Verdacht auf eine zusätzliche bakterielle Infektion (Sekundärinfektion) nahe. Der Verdacht wird erhärtet durch eine gelbliche Färbung des bislang milchig-weißen Nasenausflusses. In diesem Fall muss der Tierarzt sofort wieder verständigt werden!

5. Wie kann ich einen akuten Husten am besten behandeln?

Die Heilung des akuten, virusbedingten Hustens wird durch folgende tierärztliche Therapie beschleunigt:

Lösung und Abtransport des zähen Schleims
Entkrampfung der Bronchien
Entzündungshemmung
Stimulation und Unterstützung der körpereigenen Abwehr

Deren Ziel ist es, die Atmung zu normalisieren und chronische oder unheilbare Spätfolgen zu verhindern. Bei aktuen Hustenerkrankungen werden vor allem schleimlösende Mittel (Sekretolytika) benötigt. Sputolysin® wird hier mit großem Erfolg eingesetzt. Bei krampfbedingten Verengungen der Bronchien (Bronchospasmen) sind Medikamente erforderlich, die diese Verengungen lösen (Bronchospasmolytika). Auch hier bietet Boehringer Ingelheim wirksame Medikamente an, die Ihr Tierarzt verordnen kann.

6. Wie entstehen chronische Atemwegserkrankungen?

Für das Entstehen von chronischen Atemwegserkrankungen bei Pferden sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich:

Nicht konsequent behandelte, akute Hustenerkrankungen werden über eine Allergie gegen pilzsporenhaltigen Staub oder durch eine unspezifische Überempfindlichkeit chronisch.
Durch die dauernde Belastung eines Pferdes mit der schlechten Atemluft geschlossener Ställe entwickelt sich schleichend eine chronische Atemwegserkrankung.

7. Was sind die Symptome chronischer Atemwegserkrankungen?

Husten unterschiedlicher Intensität; oft verstärkt am Morgen, zu Beginn der Arbeit oder bei zusätzlicher Reizung durch Staub.

Atemfrequenz in der Ruhe erhöht (Normalwert erwachsener Pferde: 8-16 Atemzüge/Minute)
Atmung erschwert, Ausatmung unter Zuhilfenahme der Bauchmuskeln.
Konditionsminderung: Schwitzen bei geringer Belastung, rasche Ermüdung, mangelnder Leistungswille, verzögerte Normalisierung der Atemfrequenz nach Belastung
Nasenausfluss häufig nicht vorhanden, sonst zähflüssig und verfärbt.
Pferd in der Regel fieberfrei.